Wenn der Hund das Ehebett in Beschlag nimmt
20.01.2010 - GIESSEN
Erziehungsberatung von Holger Schüler für Zweibeiner
(kg). "Gefällt Dir die Show?", fragte "Hunde-Erziehungsberater" Holger
Schüler seinen vierbeinigen Freund, der zuvor regungslos auf der roten Couch
saß und dem Treiben auf der Kongresshallen-Bühne zuschaute. Dann wurde Siska
munter, hob die rechte Pfote und stimmte seinem Herrchen zu. "Menschen an
der Leine", hieß der unterhaltsame Abend, an dem nicht nur Hundefreunde
ihren Spaß hatten. Falk war neben Siska ein weiterer, treuer Begleiter, denn
die Theorie, die der Hunde-Erziehungsberater seinem Publikum vermittelte,
setzte er auch gleich in die Praxis um.
"Er will nur spielen", steht in grüner Schrift auf dem schwarzen T-Shirt des
40-Jährigen, der bei seinen Hausbesuchen hautnah mitbekommt, was zwischen
Mensch und Hund alles schief laufen kann. Auch Menschen, die noch keinen
Hund haben, sich vielleicht einen Vierbeiner zulegen wollen, spricht Holger
Schüler in seiner rund zweistündigen Show an. Viele Beispiele aus seiner
täglichen Beratungspraxis erzählt er, kurzweilig, spaßig aber auch lehrreich
und mit Anekdoten gewürzt.
Verzweifelt sei ein Mann zu ihm gekommen, der seit sechs Wochen nicht mehr
im Ehebett schlafen durfte, weil der Terrier seinen Platz eingenommen hatte.
"Ein Terrier", sagte der Wormser Hundeexperte. Beim ersten Besuch habe er
Bekanntschaft mit dem vierbeinigen Liebling der Hausfrau gemacht, die diesen
vier Mal am Tag bekochte. Ein Biss in die Wade habe es zur Begrüßung
gegeben. Er habe sich, sehr zum Leidwesen des Frauchen, Respekt verschafft.
Unter anderem ließ Schüler die Hundedecken im Haus verschwinden und Fressen
gab es nur noch an einer Stelle und in einem Napf. Dass der "Hundeflüsterer"
mit seinen Ratschlägen bei dem Ehepaar Erfolg hatte, zeigte er am Ende
seiner Schilderung. Ein süßes Baby lächelte von der großen Leinwand das
Publikum an.
Das Motto des Abends "Menschen an der Leine" bekam eine Frau aus dem
Publikum zu spüren. Schüler vermittelte ihr einen Eindruck davon, wie es
sich anfühlt, wenn ein Zweibeiner bei einem Hund ständig an der Leine zieht,
ihm ständig Kommandos und Befehle gibt.
Wie aus Mensch und Hund ein erfolgreiches Team "auf sechs Pfoten" wird,
brachte der Erziehungsberater den Menschen im Saal ebenfalls näher. "Kein
Wesen auf der Welt folgt uns so, tut alles für uns, wie der Hund", mahnte
er. Mit der Folgerung: "Er hat es verdient, dass wir unseren Teil der
Abmachung erfüllen".
Die meisten Probleme lassen sich laut Schüler mit Kreativität und
Verständnis für die Hundeseele beheben.
http://www.giessener-anzeiger.de/lok...en/8248783.htm




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